»Der Mehrwert der Cloud ist enorm«

Mit der „Smart Engineering Cloud“ stellt das Unternehmen acentrix in Zusammenarbeit mit der Schwestergesellschaft alvaronic eine skalierbare und global einsatzfähige Lösung für Entwickler zur Verfügung. Ein Interview mit dem Geschäftsführer Thomas Heinz.

Seit kurzem können Kunden Ihre „Smart Engineering Cloud“ über eine Public Cloud beziehen. Wie sind die Reaktionen?

Überwältigend positiv. Entwicklungsingenieure sind erstaunt über die Performance grafikintensiver CAD Anwendungen aus der Cloud. Noch vor einem Jahr gab es große Bedenken, ob man sensitive Entwicklungsdaten in der Cloud bearbeiten möchte. Diese Einstellung hat sich positiv gewandelt.

Woher kommt die neue Affinität zur Cloud?

Unsere Kunden erkennen den Mehrwert angesichts der Globalisierung und dem Druck zur Verkürzung von Entwicklungszeiten. IT-Entscheider stellen fest, dass der traditionelle Weg des Computings nicht mit den steigenden Anforderungen mithalten kann. Immer mehr große Unternehmen lagern Teile ihrer Infrastruktur, Anwendungen, Daten oder Workloads in eine Cloud. Ein „Me too-Effekt“ resultiert.

Wo kann die „Smart Engineering Cloud“ eingesetzt werden?

Der Einsatz ist für die Produktentwicklung und Fertigung vorgesehen. Unsere Kunden sind im Automobilbau und Maschinenbau tätig, die Plattform ist aber auch für die Design-, Architektur- oder Baubranche interessant. Die Herausforderung in der Entwicklung ist vor allem die globale Zusammenarbeit mit vielen Partnern. Im Gegensatz zu dezentralen Workstations, werden hier Daten zentral gespeichert, das aktuellste Entwicklungsmodell ist jederzeit vorhanden, was die Simultanentwicklung sowie den Freigabeprozess vereinfacht.

Welche Möglichkeiten bietet die Plattform?

Einfachere Zusammenarbeit, Standortunabhängigkeit von Mitarbeitern, skalierbare Spitzenabdeckung und eine höhere Datensicherheit. Zudem bieten wir einen Managed Service der Plattform in der Amazon Web Services Cloud an. Unsere Plattform ist aktuell in Dublin, Frankfurt und Singapur produktiv und kann ohne ein großes Vorab-Investment in einer der weltweiten Rechenzentren des Weltmarktführers ausgerollt werden.

Ist sie auch für den mobilen Einsatz geeignet?

Absolut. Ein Internetzugang reicht aus. Aufgrund der Technologien, die wir einsetzen, ist der Zugriff auch mit geringer Bandbreite möglich. Durch ein spezielles Streamingverfahren werden nicht die gesamten, sondern nur veränderte Daten geladen. Die Datenübertragung ist dabei verschlüsselt, wie auch die Daten in der Cloud.

An welche Kunden richtet sich die „Smart Engineering Cloud“?

Kunden im gehobenen Mittelstand bis hin zu Großkonzernen, die Flexibilität und hohe Skalierbarkeit im globalen Kontext benötigen. Unser Ziel ist es, deutschen Unternehmen zu helfen, in der Entwicklung global mithalten zu können und überall auf der Welt die gleichen Standards zu nutzen, die man von zu Hause gewohnt ist.

Mit Industrie 4.0 kommen völlig neue Herausforderungen auf die Unternehmen zu. Wie können sie sich vorbereiten?

Die Chancen sind groß. Wer sich mit Industrie 4.0 befasst, sollte sich im ersten Schritt mit Cloud-Computing auseinandersetzen. Um hohe Anfangsinvestitionen zu vermeiden, sollten sich produzierende Unternehmen auf ihre Business Cases konzentrieren und Berater wie uns als Unterstützung suchen.


Die Ausgabe „Technologien der Zukunft“ mit weiteren interessanten Interviews und Beiträgen finden Sie ab 11. März ebenso in der Gesamtauflage der WirtschaftsWoche oder im Web.